Der Wunsch, die eigene Firma zu verkaufen, kann unterschiedlichste Ursachen haben: Welche genau das sind, haben wir bereits im letzten Artikel detailliert erörtert. Und sicher hast auch du deinen ganz persönlichen Grund, wenn du es bis zu diesem Blogbeitrag geschafft hast. Doch so individuell die Gründe für den Firmenverkauf sind, so eindeutig sind die Dinge, auf die man bei der Abwicklung der Unternehemensnachfolge achten sollte. Welche das sind, erfährst du, wenn du weiterliest.

Firma verkaufen – aber wie?

Wer seine Firma verkaufen möchte, braucht natürlich erst einmal einen Kaufinteressenten. Dazu eignen sich Anzeigen in Branchenzeitungen sowie Inserate auf Plattformen wie Projektify. Bei beiden Varianten erreichst du zahlreiche potentielle Investoren und Käufer von Unternehmen. Bei Projektify läuft es so: Du meldest dich einfach kostenlos an und erstellst – ebenfalls kostenlos – ein Inserat, in dem du die Hintergründe erläuterst und bereits recht ausführlich die wichtigsten Eckdaten deiner Firma darlegst. Die Abwicklung erfolgt dabei ausschließlich zwischen Verkäufer und Käufer. Projektify stellt lediglich die Plattform.

Folgende Frage solltest du bereits in deinem Inserat klären:

  • Wie hoch ist der Umsatz?
  • Wie hoch sind die fixen Verbindlichkeiten?
  • Gibt es noch offene Kredite, die zurückbezahlt werden müssen?
  • Seit wann besteht die Firma?
  • Welche Rechtsform liegt zugrunde?
  • Wer ist außer dir noch an der Firma beteiligt?
  • Wie viele Mitarbeiter beschäftigt deine Firma?
  • Welches Zukunftspotential birgt der Markt in dem die Firma tätig ist?
  • Wieso willst du deine Firma verkaufen?

Realistischen Firmenwert berechnen

Zwar musst du bei einem Inserat auf Projektify nicht zwingend einen Wert angeben, doch beachte, dass du dadurch mehr Aufmerksamkeit und seriöse Anfragen bekommst. Außerdem: Der Tag, an dem du mit dem potentiellen Käufer über den Preis verhandeln musst, wird ohnehin kommen. Es empfiehlt sich also, direkt eine klare Idee vom Wert der eigenen Firma zu haben. An dieser Stelle können und wollen wir jedoch keine abschließende Aussage darüber treffen, wie du einen realistischen Wert für dein Unternehmen ermittelst. Denn: Der Firmenwert berechnet sich aus weitaus mehr Faktoren als lediglich Umsatz und Gewinn. Doch Vorsicht: Käufer müssen erst einmal von Potential und Wert deiner Firma überzeugt werden. Als Verkäufer bist du ohnehin prinzipiell in der schlechteren Verhandlungsposition, da das Angebot an Firmen weitaus größer ist als die Nachfrage von etwaigen Käufern. Da ist es klar, dass Käufer in erster Linie auf die isolierten Faktoren Umsatz und Gewinn achten.

Unterschiedliche Rechtsformen = unterschiedliche Firmenwerte

Käufer orientieren sich generell am zukünftigen Ertragspotenzial der Firma. Du solltest den Wert deiner Firma also an Zahlen ausrichten, die für die kommenden Jahre realistisch sind. Außerdem entscheidet die Rechtsform der Firma über das Netto-Ertragspotential:

Bei Personengesellschaften wie einer OHG oder KG müssen vom Ebit – so nennt man den „Gewinn vor Zinsen und Steuern“ – diverse Beträge abgezogen werden. Dazu gehört zum Beispiel ein typisches Geschäftsführergehalt, sofern du als Firmeninhaber bislang keine fixen Bezüge erhalten hast und der Unternehmensgewinn dein Gehalt darstellte.

Bei Kapitalgesellschaften wie einer GmbH oder AG muss das Ebit häufig ebenfalls angepasst werden. Beispiel: Sofern das bisherige Geschäftsführer- oder Vorstandsgehalt über dem für den Markt üblichen Betrag liegt, muss die Differenz zum Ebit hinzuaddiert werden. Ist der Betrag jedoch geringer, als das branchenübliche Geschäftsführer- oder Vorstandsgehalt, muss man diese Differenz vom Ebit abziehen.

Der bereinigte Ebit, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern, wird anschließend noch mit einem so genannten Multiple multipliziert. Diese Faktoren sind je nach Branche unterschiedlich und basieren auf Erfahrungen und Erwartungen.

Rechenbeispiel:

Deine Firma macht jährlich einen Gewinn von 100.000 Euro vor Zinsen und Steuern. Da der Käufer eventuell einen Geschäftsführer einstellen muss, welcher ein Gehalt bezieht, ziehst du ein branchenübliches Salär von sagen wir mal 60.000 Euro ab. So bist du bei einem bereinigten Ebit von 40.000 Euro. Diesen Betrag multiplizierst du mit dem aktuellen und branchenspezifischen Multiple. Nehmen wir in diesem Fall einmal den Faktor 6,4. Das Ergebnis, und damit dein Firmenwert beträgt laut dieser Rechenmethode 256.000 Euro. Allerdings ändern schlechte oder extrem positive Zukunftsaussichten den Wert oft radikal.

“Wert ermitteln und Käufer gefunden – wie geht’s weiter?”

Wenn die Firmenbewertung abgeschlossen ist, müssen sowohl alle rechtlichen, finanziellen und auch organisatorischen Fragen beantwortet werden:

  • Wie soll die rechtliche Übergabe stattfinden?
  • Gibt es steuerliche Aspekte zu beachten und welche sind das?
  • Was passiert mit laufenden Krediten?

Da zu diesen drei genannten Fragen noch weitere hinzukommen werden, macht es Sinn, eine Art Checkliste zu entwickeln, die nach und nach abgearbeitet wird. Außerdem ist es ratsam, sich die Mithilfe eines Anwalts oder Notars zu sichern, der den Kaufvertrag für die Firma aufsetzt und die Übergabe rechtlich einwandfrei abwickelt. Bei kleineren Firmen helfen dir die Projektify Vertragsvorlagen bereits weiter. Sofern es sich bei deiner Firma um ein Unternehmen mit umfangreichen Strukturen handelt, kommst du um den Gang zum Anwalt, Unternehmensberater und/oder Notar allerdings nicht herum.

 


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