Du willst deine Firma verkaufen und weißt nicht so genau, wie du den richtigen Verkaufspreis ermitteln sollst? Wir zeigen Dir wie man eine Bewertung beim Verkauf eines Einzelunternehmen durchführt. So lernst Du Schritt für Schritt was es dabei zu beachten gibt und wie sich ein solcher Betrag zusammensetzt.

Da die Preisvorstellungen von Verkäufern und Interessenten häufig weit auseinander klaffen, ist es besonders wichtig beim Verkauf eine fundierte und argumentativ standhafte Veräußerungssumme zu berechnen. Eine richtige Bewertung beim Verkauf eines Einzelunternehmen spart letztendlich nicht nur jede Menge Ärger bei den Verhandlungen, sondern lässt auch beide Vertragspartner fair aus dem Verkauf gehen.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten wie die Bewertung ermittelt werden kann. Im folgenden stellen wir Dir daher die am weitesten verbreiteten Optionen genauer vor.

Multiplikationsverfahren zur Bewertung beim Verkauf eines Einzelunternehmens

Beim Multiplikationsverfahren spricht man häufiger auch von der Unternehmensbewertung mittels EBIT Multiplikator. EBIT das für “earnings before interest and taxes” steht, steht in diesem Zusammenhang mit einem Multiplikatorel der demnach mit dem operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen rechnet.

Bei dieser Variante wird das bereinigte Ergebnis des Unternehmens mit genau diesem EBIT Multiplikator vervielfacht. Anschließend muss man von diesem Ergebnis noch die Nettoverschuldung subtrahieren.

Wie hoch genau die endgültige Kennzahl schließlich ist, hängt auch von der jeweiligen Branche ab, der die Firma angehört, sowie der Unternehmensgröße. Je nach Aufbau und Tätigkeitsbereich unterscheidet sich nämlich der genaue Faktor des EBIT Multiplikator.

Berechnung des EBIT

Wenn Du dich jetzt gefragt hast, wie man denn das EBIT als Berechnungsgrundlage für das Multiplikationsverfahren erfasst, dann kann Dir diese Übersicht behilflich sein. Es gibt dabei zwei Varianten um das EBIT zu ermitteln.

DIREKTES EBIT INDIREKTES EBIT
 

Umsatzerlöse
+ sonstiger betrieblicher Ertrag
– Materialaufwand
– Personalaufwand
– Abschreibungen
– sonstiger betrieblicher Aufwand
+ Erträge aus Finanzanlagen

 

 

Jahresüberschuss
+ Außerordentlicher Aufwand
– Außerordentlicher Ertrag
+ Steueraufwand
– Steuerertrag
+ Zinsaufwand
– Zinsertrag

 

= EBIT = EBIT

 

Anwendbarkeit des Multiplikationsverfahrens

Die Nutzung dieses Verfahrens solltest Du dabei aber keineswegs als fixes Ergebnis zur Ermittlung eines Unternehmenswertes ansehen. Das Ergebnis aus dieser Berechnung sollte daher vielmehr als Leitlinie für die Berechnung einer Verkaufssumme aufgefasst werden.
Gerade weil Branchen auch immer wieder Schwankungen unterliegen und Trends einen großen Einfluss auf den Tätigkeitsbereich von Firmen nehmen, kann sich auch ein optimale lr Verkaufspreis stetig ändern.
Trotzdem hat dieses Verfahren sich, besonders dank seiner geringen Komplexität, im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen als Hauptverfahren etabliert.

Weitere Möglichkeiten zur Ermittlung einer Unternehmensbewertung

Neben dem Multiplikationsverfahren zur Bewertung beim Verkauf eines Einzelunternehmen gibt es noch weitere Varianten um eine Veräußerungssumme zu berechnen. Welche Maßnahme dabei wann angewandt werden sollte, hängt unter anderem von der Branche sowie der Unternehmensgröße ab.

Vereinfachtes Ertragswertverfahren

Das vereinfachte Ertragswertverfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Finanzämter die Erbschafts- und Schenkungssteuer berechnen. Dabei wird das durchschnittliche Betriebsergebnis der letzten drei Geschäftsperioden mit einem fixen Kapitalisierungsfaktor multipliziert. Dieser liegt seit 2016 bei einem Wert von 13,75 und wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt.

Substanzwertverfahren

Beim Substanzwertvertfahren wird die Bewertung, wie der Name schon sagt, auf Basis der Unternehmenssubstanz berechnet. Bestandteile dieser Substanz ist dabei der Marktwert aller unternehmenseigenen Güter, Vorräte et cetera abzüglich der Schulden.
Das Verfahren bietet sich dabei eher für kleinere Betriebe mit teuren materiellen Werten, wie Immobilien oder Geräten an.

Vergleichswertverfahren

Beim Vergleichswertverfahren werden keine speziellen Berechnungen durchgeführt. Vielmehr wird sich an branchenüblichen Vergleichswerten orientiert und so eine Bewertung für das eigene Unternehmen angeleitet. Dieses Verfahren bietet sich dabei besonders für Firmen an, in deren Branche es häufig zu Verkäufen kommt und sie daher auf eine hohe Bandbreite an Vergleichswerten zurückgreifen können.

AWH-Verfahren

Die Abkürzung AWH steht für Arbeitsgemeinschaft der Wert ermittelnden Betriebsberater im Handwerk. Diese Gemeinschaft hat dabei ein Berechnungsverfahren speziell für handwerkliche Unternehmen entwickelt. Besonders für kleine und mittelständische Firmen ist dieses Verfahren äußerst interessant. Denn im Gegensatz zu anderen Berechnungsmöglichkeiten fließen hier auch Parameter wie der Zusammenhang von Privat- und Geschäftsvermögen sowie der Einfluss des Inhabers auf den Erfolg der Unternehmung mit in die Verkaufssumme ein.

Da dieses Verfahren sich mittlerweile etablieren könnte, wird es auch von Finanzinstituten als Berechnungsgrundlage zur Bewertung beim Verkauf von Einzelunternehmen akzeptiert.

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