Wie viele Nutzer sind sich eigentlich dessen bewusst, dass das Internet im eigentlichen Sinne entwickelt wurde, um Universitäten und Forschungseinrichtungen zu vernetzen? Sicherlich nicht viele. Seit seiner Entwicklung hat das World Wide Web eine phänomenale Entwicklung erlebt. Heute ist es aus dem Alltag der Menschen einfach nicht mehr wegzudenken.

Die Welt wird immer digitaler

Weltweit nutzen 4,54 Milliarden Menschen (Stand Januar 2020) das Internet. Zum Vergleich: 2015 Ware es noch 2,83 Milliarden. Das bedeutet, die Welt wird immer digitaler. Dabei handelt es sich um Haupterkenntnisse der Analyse zur globalen Internetnutzung, deren Daten von den Vereinten Nationen, Regierungen, Aufsichtsbehörden, Branchendiensten und sozialen Netzwerken stammen. Laut diesem Bericht lag die Zahl der Handynutzer bei 5,19 Milliarden (67%) – ein Plus von 2,4%. Von 3,8 Milliarden Menschen wurden die sozialen Netzwerke genutzt – ein Plus von 9,2%.

Was die durchschnittliche Nutzungsdauer der Medien angeht, so stellen sich die Zahlen wie folgt dar (Altersklasse 16 bis 64 Jahre):

  • Internet: rund 6,45 Stunden
  • Soziale Medien: ca. 2,25 Stunden
  • Gaming: rund 1,10 Stunden
  • Fernsehen: ca. 3,20 Stunden
  • Musik-Streaming: ca. 1,25 Stunden

Ohne Zweifel ist das Internet ein Medium, das die Menschen verbindet. Doch wenn es zur Sucht wird, kommt es im realen Leben zu einer Vereinsamung. In diesem Fall sollten Menschen, die davon betroffen sind, nicht zögern und professionelle Hilfe suchen.

Vor allem junge Heranwachsende werden schnell in den Bann des Internets gezogen. Beim Spielen, Streaming und Posten in sozialen Netzwerken verlieren Freunde, Familie oder die Schule an Bedeutung.

Internetsucht – Sie hat viele Gesichter

Für die Internetsucht gibt es viele Namen:

  • Handysucht
  • Spielsucht
  • Onlinesucht
  • Computervermittelte Kommunikationssucht

Vor allem Männer werden von Online Spielen magisch angezogen, von Computerspielen wie „World of Warcraft“, in denen virtuell Monster bekämpft werden müssen, bis hin zum Zocken in virtuellen Spielhallen um Echtgeld. Oft beginnt alles damit, dass es nicht mehr ausreicht, Spielautomaten kostenlos zu spielen. Hier sind die Belohnungen in Form von Spielgeld nicht mehr genug. Sie wollen echtes Geld gewinnen. Besonders wenn Erträge erzielt werden und der Spieler mehr will, kommt es bei Verlusten häufig zu dem Zwang, schnell alles zurückgewinnen zu müssen.

Doch schnell gerät man in einen Teufelskreis. Häufig kommt es zu mehr Verlusten, da zwanghaft immer mehr gesetzt wird. Für diesen Fall halten Online Casinos entsprechende Hilfen bereit und ermöglichen im Rahmen der Spielsuchtprävention sogar das Einstellen von Einsatz-, Verlust- oder Einzahlungslimits.

Weibliche Nutzer hingegen bewegen sich mehr in sozialen Netzwerken wie etwa Facebook, wo sie sich stundenlang mit anderen Gleichgesinnten austauschen.

Wer ist betroffen?

Bislang ist die Internetsucht nicht hinreichend erforscht und es ist nicht möglich, die Zahl der Betroffenen genau anzugeben. Hier ist es aufgrund der nicht einheitlichen Diagnosekriterien lediglich möglich, zu schätzen. So geht das Bundesministerium davon aus, dass rund ein Prozent der 14 bis 64-jährigen bereits einem krankhaften Zwang unterliegen. Dabei tritt die Internetsucht besonders häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, wobei Frauen ebenso betroffen sind wie Männer.

Die Symptome der Internetsucht

Was die Symptome angeht, so sind sich die Psychologen über einige typische Symptome einig – selbst wenn es an einer einheitlichen Definition für diese Krankheit noch mangelt.

  • „Craving“ – das unüberwindliche Verlangen, sich ins Internet einzuloggen.
  • Kontrollverlust – beispielsweise eine längere Nutzung als beabsichtigt, evtl. mit Schuldgefühlen verbunden.
  • Das Sozialleben wird beeinträchtigt – Selbst wenn die negativen Folgen bekannt sind, ist der Betroffene nicht in der Lage, seinen Internetkonsum einzuschränken
  • Nachlassende Arbeitsfähigkeit – diese ist auf die Internetsucht zurückzuführen.
  • Verheimlichung – Gebrauchsgewohnheiten werden heruntergespielt.
  • Psychische Auffälligkeiten: Kann der Betroffene das Internet nicht nutzen, dann wird er reizbar, nervös oder depressiv.
  • Versuche, die Internetnutzung einzuschränken sind mehrfach fehlgeschlagen.

Darüber hinaus kann es durch das lange Sitzen am Computer zu körperlichen Schäden kommen:

  • Muskelverspannungen bis hin zu Wirbelsäulen- und Genickschäden
  • Die Augen werden auf Dauer geschädigt
  • Stress in Form von Kopfschmerzen, Schlafstörungen und sogar Nervenschädigungen aufgrund des langen Surfens
  • Kreislauf- und Gewichtsprobleme je nach individuellen Risikofaktoren

Die Behandlung

Aufgrund fehlender wissenschaftlicher Studien zu diesem Thema ist noch nicht klar, welche Behandlung bei der Internetsucht effektiv ist. Mittlerweile wird von immer mehr Therapeuten Hilfe speziell für die Onlinesucht angeboten. So gibt es einige Kliniken, die eine Ambulanz für Internetsucht eingerichtet haben. In der Regel werden für die Behandlung verschiedene Einzel- und Gruppentherapien genutzt.

Selbst im Internet gibt es spezielle Anlaufstellen, die eigens Beratungen für Erkrankte und Angehörige bieten. Das klingt sicherlich paradox, online eine Hilfe für diejenigen anzubieten, die internetsüchtig sind. Doch auf der anderen Seite ist eben das World Wide Web die erste Anlaufstelle für Internetsüchtige, um nach Rat und Hilfe zu suchen. Der Grund: Sie haben kaum noch Kontakt zur Außenwelt.

Dieser Artikel wurde von einem Gastautor auf Projektify geschrieben. Wir freuen uns immer über Gastartikel und bedanken uns beim Autor. Solltest du Fragen zum Autor haben, dann schreib uns einfach.

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