Bereits seit einigen Wochen wird die Luca-App als mögliche große Hilfe im Kampf gegen die Corona-Pandemie diskutiert. Sie könnte dazu beitragen, dass kurzfristig andauernde Lockerungen möglich werden. Besonders in den Branchen der Veranstalter und Gastronomen wird so neue Hoffnung erweckt.

Bekannt wurde die App durch Smudo, einen Musiker der Band Die Fantastischen Vier. Die Anwendung soll eine digitale Nachverfolgung von Kontakten gewährleisten und so helfen, Infektionsketten zu stoppen. In die App müssen von den Nutzern dazu allerdings persönliche Daten eingegeben werden. Aus diesen werden QR-Codes erzeugt, welche zum Einchecken in Cafés, Theater oder Restaurants zu nutzen sind. Falls im Nachhinein einer der Gäste positiv auf den Corona-Virus getestet wird, erfolgt eine Information an das Gesundheitsamt.

Einige Bundesländer haben mit den Betreibern der Luca-App bereits Verträge abgeschlossen, weitere möchten Nachziehen. Allerdings ist es besonders hinsichtlich des Datenschutzes strittig, ob die App halten kann, was sie verspricht. Inwieweit der geltende Datenschutz durch die Corona-Pandemie auf die Probe gestellt wird, zeigt der folgende Beitrag. Weitere hilfreiche Informationen zu den Inhalten des Bundesdatenschutzgesetzes finden sich unter datenschutzfrankfurt.de .

Sicherheitslücken der Luca-App

Mitte April soll auch die Corona-Warn-App, die staatlich finanziert wurde, die beschriebene QR-Code-Funktion umfassen. Experten heben hervor, dass für die Entwicklung dieser App bereits mehrere Millionen Euro investiert wurden und sie datensparsam und anonym arbeitet. Aktuell wird die Corona-Warn-App von rund 30 Prozent der Deutschen genutzt. Die Einführung einer neuen App könnte daher für Verwirrung sorgen.

Experten für IT-Sicherheit kritisieren die Luca-App außerdem aufgrund ihrer möglichen Sicherheitslücken – der Quellcode der App ist nämlich nicht veröffentlicht worden. Daneben wird durch die App ein zentralisierter Ansatz verfolgt. Das bedeutet, dass die App von einem zentralen Punkt kontrolliert wird, welcher die Nutzerdaten missbrauchen könnte.

App-Nutzung für lokale Lockerungen

Die Kontaktdaten der Nutzer werden durch das Luca-System erfasst. Im Falle einer nachgewiesenen Infektion werden diese Daten dann direkt mit den Gesundheitsämtern ausgetauscht. Laut den Betreibern der App soll dieser Datenaustausch direkt in der Sormas-Software erfolgen. Jedoch arbeiten aktuell mit dieser Software nur circa 90 der deutschen Gesundheitsämter aktiv.

Daher ist es im Großteil der Fälle noch immer nötig, dass Mitarbeiter die übermittelten Daten manuell eingeben. So wird befürchtet, dass die Gesundheitsämter durch die zusätzlichen Daten, die durch die neue App zur Verfügung gestellt werden, einer Überlastung entgegensehen.

Gesundheit wichtiger als Datenschutz?

Es gibt mittlerweile stetig mehr Stimmen, die fordern, die Bestimmungen im Bereich des Datenschutzes zu lockern, um effektiver gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vorzugehen. Zu diesen gehören auch prominente Politiker, wie etwa der Oberbürgermeister von Tübigen, Boris Palmer oder die ehemalige Bundesfamilienministerien Kristina Schröder.

Diese kritischen Stimmen sind vor allem auf die Corona-Warn-App bezogen. In der App wird ein strenger Datenschutz befolgt, sodass der eigentliche Nutzen der App durch diesen maßgeblich reduziert würde.

Sowohl die Begegnungsdauer als auch der Abstand zwischen Personen, welche die App nutzen, wird über die Bluetooth-Technologie erfasst. Wird eine der Personen auf das Corona-Virus positiv getestet, muss diese dies selbstständig in der App eingeben. Dann werden alle Nutzer, welche sich in den letzten Tagen in der Nähe der infizierten Person aufgehalten werden, über eine Mitteilung in der App informiert. Jeder dieser Schritte läuft vollkommen anonym ab.

Das sogenannte Tracking wird zu keinem Zeitpunkt angewendet, wodurch auf den Standort oder den Nutzer selbst keine Rückschlüsse gezogen werden können. Jedoch könnten genau diese Daten für die Pandemiebekämpfung eine wichtige Rolle spielen.

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